6.10 Satzbild

Achten Sie auf ein harmonisches Satzbild. Dann verbessern Sie nicht nur die Optik, sondern auch die Lesbarkeit Ihrer Texte. Im Schriftsatz gibt es dazu einige Regeln, die Sie beachten sollten.

Spracheinstellung für Silbentrennung prüfen

Zunächst müssen Sie prüfen, ob bei Ihren Texten die richtige Sprache hinterlegt wurde. Für den deutschsprachigen Raum lautet die korrekte Einstellung »Deutsch: Rechtschreibreform 2006«. Markieren Sie den entsprechenden Text und überprüfen Sie die Spracheinstellung im Zeichenfenster (Menü > Fenster > Schrift und Tabellen > Zeichen). Arbeiten Sie mit Absatzformaten, so überprüfen Sie die Spracheinstellung im jeweiligen Absatzformat unter dem Punkt »Erweiterte Zeichenformate«.


Die Spracheinstellung eines markierten Textabschnitts ändern Sie im Textfenster.


Auch im Absatzformat können Sie die Spracheinstellung verändern.

Optischen Randausgleich aktivieren (optional)

Befindet sich am Zeilenanfang ein Anführungszeichen, entsteht an dieser Stelle optisch eine Lücke. In InDesign gibt es die Funktion »Optischer Randausgleich«, mit der Sie diesen Umstand korrigieren können. Markieren Sie dazu den entsprechenden Textrahmen und aktivieren Sie unter »Menü > Schrift > Textabschnitt« den optischen Randausgleich. Als Schriftgröße wählen Sie die Größe des Textes. Befinden sich im Textrahmen unterschiedliche Schriftgrößen, testen Sie, bei welchen Größen Sie das beste Ergebnis erzielen.

Text ohne optischen Randausgleich:

Text mit optischem Randausgleich:

Wichtig: Prüfen Sie sorgfältig, ob der optische Randausgleich bei Ihrem Projekt eine Verbesserung darstellt. Es gibt Fälle, bei denen der optische Randausgleich das Ergebnis sogar verschlechtert (Aufzählungen, nummerierte Überschriften etc.).

Optischen Randausgleich partiell deaktivieren (optional)

Im Gegensatz zu Anführungszeichen, sieht es beispielsweise bei Aufzählungszeichen seltsam aus, wenn diese über die Satzkante hinausragen. Deshalb können Sie in InDesign den optischen Randausgleich für ausgewählte Textabschnitte deaktivieren. Dazu setzen Sie im Absatzformat für die Aufzählung unter »Einzüge und Abstände« einen Haken bei »Optischen Steg ignorieren«.

Alternativ können Sie diese Option auch ohne Absatzformate aktivieren. Markieren Sie dazu die entsprechende Aufzählung und aktivieren Sie im Kontextmenü des Fensters »Absatz« den Punkt »Optischen Steg ignorieren«.

Aufzählungszeichen mit optischem Randausgleich:

Aufzählungszeichen ohne optischen Randausgleich:

Trennungen korrigieren und Umbrüche erzwingen

Möchten Sie eine Trennung korrigieren, verwenden Sie dafür den »bedingten Trennstrich«. Ein »bedingter Trennstrich« wird nur sichtbar, wenn das Wort auch tatsächlich getrennt wird. Ändert sich der Umbruch und das Wort steht mittig in der Zeile, verschwindet der Trennstrich wieder.

  1. Klicken Sie mit dem Textwerkzeug an die zu trennende Stelle. Möchten Sie vermeiden, dass ein Wort getrennt wird, klicken Sie direkt vor das Wort.
  2. Drücken Sie die Tastenkombination »Shift + Befehl + Minus« (Windows: »Shift +
    Strg + Minus«). Falls sich der Umbruch nicht ändert, liegt es möglicherweise an den Silbentrennungs- und Satzeinstellungen des Textabschnitts. Entweder würde durch den neuen Textumbruch im Blocksatz ein zu großer/kleiner Wortabstand entstehen oder im Flattersatz ein zu großer Abstand des Wortes zur rechten Satzspiegelkante.

Müssen Sie den Umbruch einer Textzeile beispielsweise in Überschriften erzwingen, klicken Sie vor das entsprechende Wort und drücken Sie die Tastenkombination »Shift + Enter«. So wird der Textabschnitt trotz Umbruch als ein Absatz behandelt. Versuchen Sie dies jedoch zu vermeiden. Gibt es eine Textkorrektur und vergrößert sich dabei die Zeilenlänge, sitzt der Umbruch an der falschen Stelle.

Nicht mehr als 3 Trennungen untereinander

Zu viele Trennungen stören den Lesefluss. Vermeiden Sie deshalb mehr als 3 aufeinanderfolgende Trennungen.

Trennungen nach Wortteilen bevorzugen

Wenn möglich, trennen Sie nach Wortteilen. Andernfalls trennen Sie nach Sprechsilben.

Sinnentstellende Trennungen vermeiden

Es gibt Trennungen, die nach Sprechsilben zwar korrekt sind, aber zu Missverständnissen führen können.

Kurze Wörter nicht trennen

Wörter mit weniger als 5 Buchstaben sollten Sie nicht trennen.

Kein Gedankenstrich am Zeilenanfang

Achten Sie darauf, dass sich kein Gedankenstrich am Zeilenanfang befindet. Dieser reißt ein Loch in die linke Satzkante.

Blocksatz: Lücken vermeiden

Zu große Abstände zwischen den Wörtern führen zu einem unruhigen Satzbild. Zum Ausgleich verringern Sie die Laufweite (Richtwert: maximal bis −7) und/oder die horizontale Skalierung (maximal bis 99 %) der entsprechenden Zeile. Versuchen Sie, den sich ergebenden freien Raum mit einem Wort oder einer Silbe aus der nachfolgenden Zeile zu füllen.

Flattersatz: Keine Formbildung und »abstürzende« Wörter

Achten Sie darauf, dass sich bei der Flatterkante keine erkennbaren Formen wie »Treppen« oder »Bäuche« bilden. Diese ziehen die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich und lenken vom eigentlichen Text ab. Optimal sind abwechselnd kurze und lange Zeilen

Einzelne Wörter sollten nicht komplett über die Folgezeile hinausragen. Optisch fehlt ihnen »der Boden unter den Füßen«. Sie drohen »abzustürzen«.

Erste oder letzte Zeile eines Absatzes steht nicht alleine

Steht die erste oder letzte Zeile eines Absatzes alleine auf der Seite, wirkt diese etwas verloren. Die folgenden Beispiele zeigen, wie Sie es nicht machen sollten:

Letztes Wort eines Absatzes sollte nicht alleine stehen

Wie eine alleinstehende Zeile, so wirkt auch ein alleinstehendes Wort am Absatzende verlassen:

Tritt dieser Fall auf, so haben Sie 2 Möglichkeiten:

  • Verringern Sie schrittweise die Laufweite (Richtwert: maximal bis −7) und/oder die horizontale Skalierung (maximal bis 99 %) des Textabschnittes, bis das Wort in die vorletzte Zeile rutscht.
  • Erweitern Sie die Laufweite (Richtwert: maximal bis +7) und/oder die horizontale Skalierung (maximal bis 101 %) des Textabschnittes, bis ein Wort der vorletzten Zeile in die letzte Zeile rutscht