4.2 Stanzformen

Immer dann, wenn das offene Dokumentformat nicht rechteckig ist oder Bereiche auf der Seite ausgestanzt werden sollen, wird eine Stanzform benötigt.

Step 1: Volltonfarbe (Sonderfarbe) für die Stanzform anlegen

Die Stanzform muss immer mit einer Sonderfarbe angelegt werden.

  1. Öffnen Sie das Farbfelder-Fenster (Menü > Fenster > Farbe > Farbfelder).
  2. Klicken Sie in der rechten oberen Ecke auf die »Optionen« und erstellen Sie ein neues Farbfeld.
  3. Wählen Sie für den Farbfeldnamen die Bezeichnung »Stanzform«.
  4. Als Farbtyp wählen Sie »Vollton« aus. Den Farbmodus stellen Sie auf »CMYK«.
  5. Die Farbzusammensetzung können Sie frei bestimmen. Sie sollte sich jedoch von den restlichen Farben im Layout abheben, damit die Stanzform als solche erkennbar ist.
  6. Nachdem Sie mit »OK« bestätigt haben, erscheint Ihr Farbfeld im Farbfelder-Fenster. Haben Sie es korrekt angelegt, erscheint rechts neben dem Farbnamen das Symbol für Volltonfarben (  ).

Step 2: Stanzkontur auf neuer Ebene anlegen

Mit der zuvor definierten Sonderfarbe legen Sie eine Stanzkontur an. Mit dieser Stanzkontur lässt die Druckerei später eine Stanzform produzieren. Vermeiden Sie feine Details und halten Sie bei komplexen Formen Rücksprache mit der Druckerei.

  1. Erstellen Sie eine neue Ebene für die Stanzform (Menü > Fenster > Ebenen).
  2. Klicken Sie auf diese Ebene und zeichnen Sie die gewünschte Stanzkontur mit der zuvor angelegten Sonderfarbe. Die Konturstärke sollte 0,25 pt betragen.

Step 3: Stanzform auf Überdrucken stellen

Damit die Stanzform das darunterliegende Druckbild nicht ausspart, müssen Sie die Stanzkontur auf Überdrucken stellen.

  1. Öffnen Sie das Attribute-Fenster (Menü > Fenster > Ausgabe > Attribute).
  2. Markieren Sie die Stanzkontur und setzen Sie im Attribute-Fenster einen Haken bei »Kontur überdrucken«.

Step 4: Überdrucken prüfen

Mit der Separationsvorschau können Sie überprüfen, ob die Stanzkontur mit einer Sonderfarbe angelegt wurde und den Untergrund überdruckt.

  1. Öffnen Sie die Separationsvorschau (Menü > Fenster > Ausgabe > Separationsvorschau) und wählen Sie unter »Ansicht« den Punkt »Separationen«.
  2. Wurde die Stanzkontur mit einer Sonderfarbe angelegt, erscheint hier ein neuer Farbkanal mit der Bezeichnung Ihrer Sonderfarbe. Klicken Sie auf diesen Farbkanal und blenden Sie ihn abwechselnd ein und aus. Flächen unter der Stanzkontur dürfen nicht ausgespart sein.


Falsch: Die Kontur spart den Untergrund aus.


Richtig: Die Kontur überdruckt den Untergrund.

Step 5: Beschnitt berücksichtigen

Flächen, die bis zur Stanzkontur reichen, müssen 2 – 3 mm über die Stanzkontur hinausragen. Kommt es beim Stanzen zu Ungenauigkeiten, können andernfalls weiße Kanten entstehen (Blitzer genannt).


Stanzkontur mit Beschnittzugabe

Vorgehen bei einer gelieferten Stanzform

Für den Fall, dass Sie auf ein Standardprodukt der Druckerei zurückgreifen, wird diese Ihnen die zugehörige Stanzform als EPS-, AI- oder PDF-Datei liefern.

Step 1: Stanzform in InDesign platzieren (100 % Originalgröße)

Platzieren Sie die Stanzform in InDesign. Achten Sie darauf, dass die Größe dem späteren Endprodukt entspricht (100 %).

Step 2: Wurde die Stanzkontur mit einer Sonderfarbe angelegt und überdruckt?

Prüfen Sie mit der Separationsvorschau, ob die Stanzkontur mit einer Sonderfarbe angelegt wurde und darunterliegende Elemente von den Stanzkonturen überdruckt werden. Ist dies nicht der Fall, fordern Sie eine neue Stanzform an. Möchten Sie die Stanzform selbst korrigieren? Dann können Sie sich an den vorherigen Seiten orientieren. Die Funktionen in Illustrator und InDesign sind sich sehr ähnlich.

Step 3: Beschnitt berücksichtigen

Wie bereits zuvor beschrieben, müssen randabfallende Elemente 2 – 3 mm über die Stanzkontur hinausragen.