4.4 Bücher

In diesem Kapitel erfahren Sie, was Sie bei umfangreicheren Werken mit Klebebindung oder Fadenheftung berücksichtigen müssen.

Buchendformat und Buchrückenbreite anfordern

Damit Sie den Umschlag in InDesign anlegen können, benötigen Sie zunächst das Buchendformat und die gewünschte Beschnittzugabe. Fordern Sie bei der Druckerei eine Vorlage mit den genauen Maßen an.

Die Breite des Buchrückens erfahren Sie ebenfalls von Ihrer Druckerei. Diese wird die Rückenbreite berechnen oder an einem Blindmuster abmessen. Ein Blindmuster entspricht bezüglich Format, Materialien und Bindungstyp dem Endprodukt und wird vom Buchbinder meist in Handarbeit angefertigt. Auf Anfrage wird Ihnen die Druckerei ein Blindmuster zukommen lassen.

Umschlag getrennt vom Inhalt anlegen

Für den Buchumschlag müssen Sie ein neues Dokument erstellen. Dabei wird der Buchumschlag im aufgeklappten Zustand auf einem Druckbogen angelegt.

Ab InDesign Version CS5.5 sind in einem Dokument unterschiedliche Seitenbreiten möglich. Sie können also für Vorderseite, Buchrücken und Rückseite jeweils eine eigene Seite anlegen. Ändert sich die Rückenbreite des Umschlags, ändern Sie einfach die Breite der entsprechenden Seite, ohne dass sich die Inhalte von Vorder- und Rückseite verschieben.

Und so funktioniert es:

  1. Legen Sie ein neues Dokument im geschlossenen Endformat des Buches an und entfernen Sie den Haken bei »Doppelseiten«.
  2. Im Menü des Seiten-Fensters entfernen Sie den Haken bei »Neue Dokumentseitenanordnung zulassen«.
  3. Anschließend erstellen Sie drei neue Seiten und positionieren Sie diese per »Drag and Drop« nebeneinander.
  4. Markieren Sie die zweite Seite und setzen Sie unter »Layout > Stege und Spalten« alle Stege auf 0.
  5. Nun wählen Sie im Seiten-Fenster unter dem Button »Seitenformat bearbeiten« das »benutzerdefinierte Seitenformat«. Vergeben Sie einen neuen Namen und legen Sie die Werte für den Buchrücken fest. Danach klicken Sie auf »Hinzufügen« und bestätigen mit »OK«. Nun verändert sich die Breite der zweiten Seite.

Falzmarken platzieren (optional)

Besprechen Sie mit der Druckerei, ob sie für den Buchrücken Falzmarken benötigt. Wie Sie Falzmarken anlegen erfahren Sie weiter oben beim Abschnitt »4.3 Falzflyer«.

Grafiken und Texte im Bund eventuell auseinanderrücken

Lässt sich ein Buch nicht flach aufschlagen, sind Grafiken und Texte in der Buchmitte (Bund) schlecht wahrnehmbar oder können sogar komplett verschwinden. Das Aufschlagverhalten wird von den verwendeten Materialien wie Klebstoff, Papier, Umschlag-Karton sowie der Bindetechnik beeinflusst. Bücher mit Fadenheftung liefern hier ein besseres Ergebnis als Bücher mit Klebebindung.

Abhängig vom Aufschlagverhalten, müssen Sie bei überlaufenden Texten die Buchstaben im Bund etwas auseinanderrücken. Kontaktieren Sie diesbezüglich bitte die Druckerei. Häufig haben Druckereien von vorherigen Produktionen noch Exemplare mit ähnlichen Eigenschaften vorrätig. An diesen können Sie sich orientieren.

Blindmuster (entspricht bezüglich Format, Materialien und Bindungstyp dem Endprodukt) sind hier selten hilfreich, da sie im Gegensatz zur späteren Buchproduktion häufig von Hand hergestellt werden.

Angeklebtes Vorsatzpapier / Einband berücksichtigen

Bei Hardcover-Büchern stellt das Vorsatzpapier die Verbindung zwischen Buchblock und Einband her. Dabei wird das Vorsatzpapier auf den Buchblock geklebt (1).

Berücksichtigen Sie bei Ihrer Gestaltung, dass der linke Rand der ersten Inhaltsseite teilweise vom Vorsatzpapier verdeckt wird (2). Zentrierte Objekte wirken unter Umständen nicht mehr mittig. Verschieben Sie diese um die Breite der Überklebung nach rechts. Den genauen Wert erfahren Sie von der Druckerei.

Bei Softcover-Büchern wird meist der Einband an den Buchblock geklebt (3). Das Ergebnis ist dasselbe. Die erste Inhaltsseite wird teilweise verdeckt (4).