3.9 Linien

Wie sauber eine Linie abgedruckt wird, hängt von ihrer Farbzusammensetzung, dem verwendeten Druckverfahren und dem Druckraster ab.

Hinweis zum Preflight P bei Linien: Der Preflight kann lediglich die Linienstärke von Vektorobjekten prüfen. Linien in Pixelgrafiken werden nicht geprüft.

Linienstärke prüfen (Vorsicht bei feinen bunten/hellen Linien: Sägezahneffekt!)

Bei den folgenden Angaben handelt es sich um Erfahrungswerte für den Bogenoffsetdruck. Für andere Druckverfahren wie Rollenoffsetdruck (u. a. für Zeitungen) und Tiefdruck sowie bei Veredelungen (Prägung, Spotlack etc.) gelten andere Werte und Empfehlungen. Bitte kontaktieren Sie diesbezüglich den Druckdienstleister.

Linienstärken

Wenn Sie die folgenden Linienstärken nicht unterschreiten sind Sie in der Regel auf der sicheren Seite.

Positive Linien: mindestens 0,25 pt (0,09 mm)
Negative Linien: mindestens 0,5 pt (0,18 mm)

Im modernen Offsetdruck und bei hochwertigen Bedruckstoffen sind auch feinere Linien kein Problem mehr. Dann sollte deren Tonwert jedoch 100 % betragen. Bei besonders filigranen Grafiken empfiehlt sich die Rücksprache mit der Druckerei und gegebenenfalls ein Testdruck.

Helle Linien / Schriften

Beträgt bei einer Linie/Schrift keiner der Farbkanäle Cyan, Magenta oder Schwarz 100 %, wird diese bei groben Druckrastern fransig. Dieses Phänomen nennt man Sägezahneffekt. Drucktechnisch können Sie das Ergebnis folgendermaßen verbessern:

  • Mit feinem Raster drucken (80er-Raster oder höher)
    Je feiner das Druckraster, desto weniger sieht man den Sägezahneffekt.
  • Mit FM-Raster (frequenzmodulierter Raster) drucken
    Linien/Schriften werden in sehr feine, zufällig verstreute Punkte unterteilt. Dadurch erzielt man im Druck ein besseres Ergebnis als mit einem autotypischen 80er-Raster.
  • Mit Sonderfarbe drucken
    Falls Sie viele helle und gleichfarbige Elemente verwenden, drucken Sie diese am besten mit einer Sonderfarbe. Die Sonderfarbe muss nicht gerastert werden und führt auch bei feinen Linien und kleinen Texten zu einem randscharfen Druckergebnis. Beispielanwendung: Karierte/ Linierte Blöcke und AGBs auf der Rückseite eines Briefbogens.

Weshalb kommt es zum Sägezahneffekt?

Die Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz können im Offsetdruck nur in reiner Form (100 %) auf das Papier gebracht werden. Möchte man Tonwertstufen drucken, bedient man sich einer optischen Täuschung.

Dabei wird die Fläche/ Linie in kleine Rasterpunkte zerlegt. Diese haben denselben Abstand zueinander. Über die Größe der Punkte wird die Helligkeit der Linie/ Fläche gesteuert. Je kleiner die Punkte, desto heller die Fläche. Je größer die Punkte, desto dunkler die Fläche. Dieses Verfahren nennt man autotypische Rasterung (AM-Raster).

Rasterpunkte, die über die Grenze der Linie hinausragen, werden dabei angeschnitten. Daraus resultieren fransige Kanten (Sägezahneffekt).