3.4 Farbprofile bei RGB-Bildern

Beinhaltet Ihr Dokument noch Bilder in einem RGB-Farbraum, müssen Sie diese mit Photoshop oder beim PDF-Export in den korrekten CMYK-Farbraum konvertieren.

Step 1: Prüfen, ob ein Profil eingebettet wurde

Damit RGB-Bilder korrekt in das passende CMYK-Profil konvertiert werden, muss das zugehörige RGB-Farbprofil eingebettet sein. Ob ein Profil eingebettet wurde, sehen Sie in Photoshop mit den Farbprofilwarnungen oder in der Statusleiste.

Farbprofilwarnungen

  1. Öffnen Sie das Bild in Photoshop.
  2. Wurde kein Farbprofil im Bild eingebettet, bekommen Sie eine Fehlermeldung.
    Vorausgesetzt Sie haben die Profilwarnungen unter »Bearbeiten > Farbeinstellungen > Profilabweichungen > Beim Öffnen wählen« aktiviert.
  3. Bestätigen Sie die Meldung mit »Beibehalten (kein Farbmanagement)«.

Statusleiste

  1. Öffnen Sie das Bild in Photoshop und bestätigen Sie alle Meldungen mit »Beibehalten (kein Farbmanagement)«.
  2. Unten im Bildfenster befindet sich die Statusleiste. Hier wählen Sie zunächst die Darstellung »Dokumentprofil«.
  3. Handelt es sich um ein Bild ohne gespeichertes Farbprofil, steht hier »RGB ohne Tags«.

Step 2: Evtl. fehlendes Profil herausfinden und zuweisen

Wurde kein Profil eingebettet, müssen Sie das passende Profil herausfinden und anschließend zuweisen.

  1. Schauen Sie zunächst, ob Sie weitere Bilder des Fotografen oder der Fotoserie finden, anhand derer Sie das richtige Farbprofil ablesen können. Welches Profil jeweils eingebettet wurde, sehen Sie in der Statusleiste unterhalb des Bildmotivs.
  2. Beim Bild ohne Profil gehen Sie anschließend auf »Menü > Bearbeiten > Profil zuweisen« und aktivieren den Haken bei »Vorschau«.
  3. Konnten Sie anhand weiterer Bilder des Fotografen oder der Fotoserie herausfinden, mit welchem Farbprofil das Bild angelegt wurde, stellen Sie unter »Profil« das passende Farbprofil ein.
  4. Falls nicht, testen Sie nacheinander die folgenden Profile:
    – sRGB IEC61966-2.1
    – Adobe RGB
    – eciRGB v2 (finden Sie auf www.eci.org).
    Beobachten Sie, wie sich Ihr Bild verändert. Ist das Ergebnis zu flau, versuchen Sie es mit »Adobe RGB« oder »eciRGB v2«. Ist das Ergebnis zu gesättigt (knallbunt), testen Sie »sRGB IEC61966-2.1«.
  5. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, bestätigen Sie mit »OK« und speichern Sie anschließend das Bild mit eingebettetem Farbprofil ab.

Step 3: Bilder mit eingeschaltetem Softproof bearbeiten

Speichern Sie das Bild als TIF- oder PSD-Datei ab und bearbeiten Sie es nach Ihren Wünschen (Helligkeit, Kontrast, Schärfe, Farbstiche, Hauttöne etc.).

Schalten Sie dabei unbedingt den Softproof mit dem korrekten CMYK-Farbprofil ein. Diese Funktion simuliert, wie das Bild aussieht, wenn Sie es später in den entsprechenden CMYK-Druckfarbraum umwandeln. Verbindlich für den Druck ist das natürlich nur, sofern Sie auch über einen kalibrierten und/oder profilierten Monitor verfügen und die Druckerei die Vorgaben des ProzessStandard Offsetdruck der Fogra einhält.

  1. Öffnen Sie den Softproof unter »Ansicht > Proof einrichten > Benutzerdefiniert«.
  2. Wählen Sie unter »Zu simulierendes Gerät« das von der Druckerei angegebene Farbrofil.
  3. Die Renderpriorität (üblicherweise »Rendering Intent« genannt) ist motivabhängig. Meistens liefert die Einstellung »Relativ farbmetrisch« gute Ergebnisse. Lediglich bei hochgesättigten Motiven ist es mitunter besser, die Renderpriorität »Perzeptiv« zu wählen.
  4. Aktivieren Sie die Tiefenkompensierung.
  5. Ob Sie »Papierfarbe simulieren« aktivieren sollten, hängt davon ab, ob bei der Kalibrierung Ihres Monitors bereits das Papierweiß berücksichtigt wurde.

Step 4: RGB-Bilder in ein CMYK-Farbprofil umwandeln (in Photoshop oder Indesign)

RGB-Bilder können Sie vorab in Photoshop oder erst beim PDF-Export aus InDesign in ein CMYK-Farbprofil umwandeln.

Umwandlung in Photoshop

Sind Sie mit dem Ergebnis des bearbeiteten Bildes optisch zufrieden, wandeln Sie es folgendermaßen in das passende CMYK-Farbprofil um:

  1. Gehen Sie auf »Menü > Bearbeiten > In Profil umwandeln«.
  2. Passend zum jeweiligen Druckverfahren und Papiertyp wählen Sie unter »Zielfarbraum« das von der Druckerei angegebene CMYK-Farbprofil aus.
  3. Modul steht auf Adobe (ACE).
  4. Welche Priorität (Rendering Intent) passt, hängt ganz vom Bild ab. In den meisten Fällen liegen Sie mit der Priorität »Relativ farbmetrisch« richtig. Bei Motiven mit hochgesättigten Farbtönen erzielen Sie jedoch häufig mit der Priorität »Perzeptiv« bessere Ergebnisse.
  5. Haken bei »Tiefenkompensierung verwenden«.
  6. Haken bei »Dither verwenden«.
  7. Bestätigen Sie mit »OK«.
  8. Abschließend speichern Sie das Bild unter neuem Namen mit eingebettetem Farbprofil als TIF-, PSD- oder JPEG-Datei (maximale Qualität) ab.

Umwandlung beim PDF-Export aus InDesign

Viele Workflows arbeiten inzwischen nur noch mit RGB-Bilddaten und konvertieren diese erst beim PDF-Export in das passende CMYK-Farbprofil. Wie das geht erfahren Sie im Kapitel »7 Druck-PDF« im Abschnitt »7.1 Export als PDF/X > Step 7: Farben konvertieren / belassen«.