3.6 Farbprofile bei Graustufen-Bildern

Passt das hinterlegte Profil nicht zum Druckverfahren, kann es auch bei Graustufenbildern zu unerwarteten Druckergebnissen kommen.

Step 1: Prüfen, ob ein Profil eingebettet wurde

Achten Sie darauf, dass bei Graustufenbildern das Profil, mit dem es von RGB/CMYK in Graustufen gewandelt wurde, eingebettet ist (Vorgehensweise siehe Abschnitt »3.4 Farbprofile bei RGB-Bildern«).

Step 2: Evtl. fehlendes Profil herausfinden und zuweisen

Auch bei Graustufenbildern mit fehlendem Profil prüfen Sie zunächst weitere Motive der Serie auf ein eingebettetes Profil. Alternativ kontaktieren Sie den Urheber und fragen, mit welchem Graustufenprofil er seine Bilder von RGB in Graustufen konvertiert hat. Wurden die Bilder mit der Funktion »Menü > Bild > Modus > Graustufen« umgewandelt, handelt es sich um das Profil, welches bei ihm in Photoshop unter »Menü > Bearbeiten > Farbeinstellungen« hinterlegt wurde.

Können Sie das Profil nicht in Erfahrung bringen, weisen Sie dem Graustufenbild das Profil »Dot Gain 15 %« zu. Damit liegen Sie für Bilder aus dem deutschsprachigen Raum meistens richtig.

Besteht Grund zur Annahme, dass es sich um Bildmaterial aus den USA handelt, weisen Sie dem Graustufenbild das Profil »Dot Gain 20 %« zu.

Step 3: Graustufen-Bilder mit falschem Profil umwandeln

Hat Ihr Graustufenbild das falsche Profil (siehe weiter unten), wandeln Sie es wie folgt um:

  1. Gehen Sie auf »Menü > Bearbeiten > In Profil umwandeln«.
  2. Passend zum jeweiligen Druckverfahren und Papiertyp wählen Sie unter »Zielfarbraum« das von der Druckerei angegebene Graustufenprofil oder ein Standardprofil aus (siehe Kapitel »Projektvorbereitung«).
  3. Modul steht auf Adobe (ACE).
  4. Bei Priorität (Rendering Intent) wählen Sie »Relativ farbmetrisch«.
  5. Haken bei »Tiefenkompensierung verwenden«.
  6. Haken bei »Dither verwenden«.
  7. Bestätigen Sie mit »OK« und speichern Sie das Bild unter neuem Namen mit eingebettetem Farbprofil als TIF-, PSD- oder JPEG-Datei (maximale Qualität) ab.

Wann müssen Graustufen-Bilder umgewandelt werden?

Bei Graustufenbildern ist es vor allem wichtig, dass die hinterlegten TonwertzunahmenTechnisch bedingt werden Tonwerte im Druckprozess dunkler, als sie im digitalen Bild angelegt wurden. Diesen Effekt nennt man Tonwertzunahme bzw. Punktzuwachs. zum Druckverfahren und Papiertyp passen. Andernfalls kann das Bild im Druck zu hell oder zu dunkel werden.

Beispiel: Ein Bild liegt im Profil »Dot Gain 15 %« vor. Bei diesem Profil ist eine Tonwertzunahme von 15 % hinterlegt. Das Profil geht folglich davon aus, dass Mitteltöne im Druck um 15 % dunkler werden und sorgt für einen entsprechenden Ausgleich im Bild.

Würde man dasselbe Bild für den Zeitungsdruck verwenden (Tonwertzunahmen von ca. 26 %), wäre das Druckergebnis zu dunkel. Folglich müssen Sie das Bild in das passende Profil für den Zeitungsdruck umwandeln.

Fragen Sie Ihre Druckerei nach dem passenden Profil. Erhalten Sie keine näheren Angaben, verwenden Sie eines der folgenden Profile:

Bogenoffsetdruck auf gestrichenem Papier

Dot Gain 15 %

Bogenoffsetdruck auf ungestrichenem Papier

Dot Gain 20 %

Rollenoffsetdruck auf LWC Papier

Dot Gain 20 %

Rollenoffsetdruck auf Zeitungspapier

ISO Newspaper26v4 _ grSeit Ende 2015 gibt es die neuen Farbprofile »WAN-IFRAnewspaper26v5« und »WAN-IFRAnewspaper26v5_gr«. Da diese noch nicht flächendeckend im Einsatz sind, verwenden Sie bei fehlenden Vorgaben aktuell die Profile »ISO Newspaper26v4« und » ISO Newspaper26v4 _ gr«.