3.5 Farbprofile bei CMYK-Bildern

Liegen Ihnen Bilder in einem CMYK-Farbraum vor, so bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass diese auch mit dem richtigen Farbprofil von RGB nach CMYK konvertiert wurden. Deshalb müssen Sie hier einige Punkte prüfen.

Step 1: Prüfen, ob ein Profil eingebettet wurde

Wie bei RGB-Bildern muss bei CMYK-Bildern das zugehörige Farbprofil eingebettet sein. Prüfen Sie zunächst, ob dies der Fall ist. (Vorgehensweise siehe Abschnitt »3.4 Farbprofile bei RGB-Bildern«)

Step 2: Evtl. fehlendes Profil herausfinden und zuweisen

Suchen Sie nach weiteren Bildern desselben Urhebers und prüfen Sie, welche Farbprofile dort eingebettet wurden. Anschließend weisen Sie Ihrem Bild das entsprechende Farbprofil zu (Menü > Bearbeiten > Profil zuweisen).

Alternativ können Sie auch den Urheber des Bildes kontaktieren. Erkundigen Sie sich, mit welchem Farbprofil er seine Bilder von RGB nach CMYK konvertiert hat. Weiß er darauf keine Antwort, hat er die Bilder vermutlich mit der Funktion »Bild > Modus > CMYK« umgewandelt. Dabei wird das Farbprofil verwendet, welches bei Ihm in Photoshop unter »Bearbeiten > Farbeinstellungen« hinterlegt wurde.

Sie konnten das fehlende Farbprofil nicht herausfinden?

Dann wissen Sie auch nicht, ob das Bild mit einem veralteten/falschen Farbprofil konvertiert wurde. Konvertieren Sie deshalb das Bild mit dem passenden Farbprofil (siehe Punkt 2) erneut nach CMYK. So können Sie sicher sein, dass das Bild auf das angewandte Druckverfahren abgestimmt ist.

  1. Gehen Sie auf »Menü > Bearbeiten > In Profil umwandeln«.
  2. Passend zum jeweiligen Druckverfahren und Papiertyp wählen Sie unter »Zielfarbraum« das von der Druckerei angegebene CMYK-Farbprofil aus. Im obigen Beispiel wird das Bildmotiv in das Standardprofil für den Zeitungsdruck »ISOnewspaper26v4« umgewandelt. Beachten Sie jedoch, dass Konvertierungen in den Arbeitsfarbraum »ISO Coated v2 300 % (ECI)« nur mit einem Workaround möglich sind (siehe unten).
  3. Modul steht auf Adobe (ACE).
  4. Welche Priorität (Rendering Intent) passt, hängt ganz vom Bild ab. In den meisten Fällen liegen Sie mit der Priorität »Relativ farbmetrisch« richtig. Wandeln Sie das Bild jedoch von einem größeren Farbraum in einen kleineren Farbraum um, erzielen Sie häufig mit der Priorität »Perzeptiv« bessere Ergebnisse. Dies ist etwa der Fall, wenn Sie ein Bild vom Farbraum »ISO Coated V2 300 %« (Bogenoffsetdruck) in den Farbraum »ISOnewspaper26v4« (Zeitungsdruck) umwandeln.
  5. Haken bei »Tiefenkompensierung verwenden«.
  6. Haken bei »Dither verwenden«.
  7. Bestätigen Sie mit »OK«.
  8. Speichern Sie das Bild mit eingebettetem Farbprofil ab.

Achtung bei Wandlungen in den Arbeitsfarbraum »ISO Coated v2 300 % (ECI)«

Möchten Sie CMYK-Bilder ohne Farbprofil in den CMYK-Arbeitsfarbraum von Photoshop konvertieren, ist dies auf direktem Weg nicht möglich. Photoshop verwendet für Bilder ohne Farbprofil als Quellfarbraum seinen CMYK-Arbeitsfarbraum. Sind Quellfarbraum und Zielfarbraum identisch, ändert Photoshop bei einer Profilumwandlung nichts an den Farbwerten.


Diese Konvertierung lässt das Bild unverändert

Konvertieren Sie das Bild deshalb zunächst »Relativ farbmetrisch« in das RGB-Farbprofil »eciRGB v2«. Anschließend konvertieren Sie das Bild in den Arbeitsfarbraum »ISO Coated v2 300 %«.


Konvertierung nach »eciRGB v2«


Konvertierung nach »ISO Coated v2 300 %«

Step 3: CMYK-Bilder mit falschem Profil umwandeln

Hat ein CMYK-Bild das falsche Farbprofil (siehe weiter unten), müssen Sie es in das korrekte Farbprofil umwandeln:

  1. Gehen Sie auf »Menü > Bearbeiten > In Profil umwandeln«.
  2. Passend zum jeweiligen Druckverfahren und Papiertyp wählen Sie unter »Zielfarbraum« das von der Druckerei angegebene CMYK-Farbprofil aus.
  3. Modul steht auf Adobe (ACE).
  4. Welche Priorität (Rendering Intent) passt, hängt ganz vom Bild ab. In den meisten Fällen liegen Sie mit der Priorität »Relativ farbmetrisch« richtig. Wandeln Sie das Bild jedoch von einem größeren Farbraum in einen kleineren Farbraum um, erzielen Sie häufig mit der Priorität »Perzeptiv« bessere Ergebnisse. Dies ist etwa der Fall, wenn Sie ein Bild vom Farbraum »ISO Coated V2 300 %« (Bogenoffsetdruck) in den Farbraum »ISOnewspaper26v4«
  5. Haken bei »Tiefenkompensierung verwenden«.
  6. Haken bei »Dither verwenden«.
  7. Bestätigen Sie mit »OK« und speichern Sie das Bild unter neuem Namen mit eingebettetem Farbprofil als TIF-, PSD- oder JPEG-Datei (maximale Qualität) ab.

Vorsicht bei Bildern mit Grafiken in reinem Schwarz / Grau

Reines Schwarz/Grau wird bei der Umwandlung in ein anderes CMYK-Profil in der Regel in »buntes Schwarz/Grau« umgewandelt. Aus C 0 | M 0 | Y 0 | K 80 wird beispielsweise C 40 | M 31 | Y 31 | K 10. »Buntes Schwarz/Grau« kann bei feinen Linien zu Passerproblemen führen. Zudem können bunt aufgebaute Grauflächen bei Farbschwankungen im Druck zu unterschiedlich farbstichigen Grautönen führen. Ob Ihr Motiv reines Schwarz/Grau enthält, können Sie herausfinden, indem Sie in Photoshop den schwarzen Farbkanal aus- und einblenden (Fenster > Kanäle).

Wann müssen CMYK-Bilder umgewandelt werden?

Wenn eine der folgenden Aussagen zutrifft, müssen Sie Ihr Bild in das von der Druckerei angegebene Farbprofil umwandeln.

Farbprofil ist nicht für das Druckverfahren und den Papiertyp geeignet

Beispiel: Liegen Ihre Bilder im Farbprofil »ISO Coated V2« vor, wird aber im Zeitungsdruck mit »ISOnewspaper26v4« gedruckt, müssen Sie Ihre Bilder in das Farbprofil »ISOnewspaper26v4« umwandeln. Andernfalls kann es zu unerwünschten Ergebnissen und Problemen im Druck kommen.

Bilder haben zu hohen Farbauftrag (Details zum Farbauftrag siehe »3.10 Separationsvorschau«)

Beispiel: Haben Ihre Bilder einen höheren Farbauftrag als von der Druckerei angegeben, müssen Sie diesen reduzieren. Wandeln Sie Ihre Bilder in das richtige CMYK-Farbprofil um, wird auch der maximale Farbauftrag an die Vorgaben im Farbprofil angepasst.

Bei Bildstrecken mit ähnlicher Farbanmutung und/oder Grauwerten sollten Sie alle Bilder in das richtige Farbprofil umwandeln – auch wenn bei einzelnen Bildern der maximale Farbauftrag nicht überschritten wird. Sonst kann es zu Farbabweichungen zwischen gewandelten und nicht gewandelten Bildern kommen.

Das Farbprofil ist veraltet oder nicht für den deutschsprachigen Raum gedacht

Die folgenden Farbprofile (nur eine Auswahl) basieren auf einem veralteten oder in Deutschland /  Österreich / Schweiz unüblichen Druckstandard:

  • Euroscale Coated V2
  • Euroscale Uncoated V2
  • U. S. Sheetfeed Coated V2
  • U. S. Sheetfeed Uncoated V2
  • US Web Coated SWOP V2

Wandeln Sie Bilder mit diesen Farbprofilen in das passende Farbprofil um.

Wann können CMYK-Bilder belassen werden?

Für den Offsetdruck auf gestrichenem Papier gibt es ein paar Farbprofile, die zu relativ ähnlichen Druckergebnissen führen, da sie auf denselben Charakterisierungsdaten der Fogra beruhen. Wünscht sich die Druckerei Bilddaten in einem dieser Farbprofile, können Sie gegebenenfalls auch Bilddaten mit anderen unten gelisteten Farbprofilen abliefern. Besonders bei Motiven mit ungesättigten Farben sind die Unterschiede recht gering. Vereinzelt kann es jedoch bei gesättigten Farben zu Abweichungen im Druck kommen.

Ähnliche Farbprofile für gestrichenes Papier

  • ISO Coated v2 > ECI-Profil, maximaler Farbauftrag 330 %
  • Coated FOGRA39 > Adobe-Profil, maximaler Farbauftrag 330 %

Ähnliche Farbprofile für gestrichenes Papier (Vorgänger)

  • ISO Coated > ECI-Profil, maximaler Farbauftrag 350 %
  • Coated FOGRA27 > Adobe Profil, maximaler Farbauftrag 350 %

Achtung Farbauftrag!

Die älteren FOGRA27-Profile lassen gegenüber neueren Profilen einen höheren Farbauftrag zu. Verlangt die Druckerei Bilder in »ISO Coated v2«, kann deshalb der Farbauftrag von älteren Bildern in »ISO Coated« oder »Coated FOGRA27« zu hoch sein. Im Zweifelsfall halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrer Druckerei.

Step 4: Bilder bearbeiten

Speichern Sie das Bild als TIF- oder PSD-Datei ab und bearbeiten Sie es nach Ihren Wünschen (Helligkeit, Kontrast, Schärfe, Farbstiche, Hauttöne etc.).

Vorsicht ist bei Korrekturen dunkler Bildbereiche angebracht. Hier erhöht sich durch eine Kontraststeigerung gleichzeitig der Farbauftrag. Kontrollieren Sie deshalb immer den maximalen Farbauftrag Ihrer Bilder in InDesign (siehe Abschnitt »3.10 Separationsvorschau«).