2.1 Informationen einholen

Firmenintern

Bevor Sie mit der Reinzeichnung beginnen, benötigen Sie zunächst einige Informationen zum Auftrag.

Wurde das Dokument inhaltlich und grafisch geprüft?

Stellen Sie sicher, dass das Dokument inhaltlich und grafisch vom Kunden/ Projektverantwortlichen geprüft wurde. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Das Dokument enthält die richtigen Inhalte
  • Seitenzahl ist durch 4 teilbar (bei Broschüren und Büchern)
  • Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik
  • Kontaktdaten
  • Terminangaben bei Veranstaltungen
  • Allgemeine Seitenzahlen
  • Seitenzahlen bei Querverweisen im Fließtext und Impressum
  • (Bild- und Quellennachweisen)
  • Rubriktitel und Kopfzeilen
  • Preisangaben
  • Impressum vollständig (Bildnachweise etc.)

Wird ein Farbproof benötigt?

Wenn es auf eine exakte Farbwiedergabe ankommt, ist es empfehlenswert, vor dem Druckgang einen Farbproof anfertigen zu lassen. Da die Farben je nach Raumbeleuchtung unterschiedlich wirken, sollten Sie diesen unter einer Normlichtlampe betrachten.

Wird ein Formproof / Korrekturabzug geliefert?

Der Formproof ist ein Ausdruck oder ein PDF des ausgeschossenen Druckbogens. Mit ihm können Stand und Vollständigkeit aller Elemente vor dem eigentlichen Druckgang zuverlässig kontrolliert werden. Er ist jedoch nicht farbverbindlich.

Druckerei

Von der Druckerei benötigen Sie die folgenden Informationen:

PDF/X-Standard des Druck-PDFs

Wie soll das Druck-PDF geschrieben werden? Als PDF/X-1a, PDF/X-3 oder PDF/X-4? Die unterschiedlichen PDF/X-Standards geben vor, wie Bilddaten, Schriften, Farben und Transparenzen im PDF »gespeichert« werden.

Wichtig: Die PDF/X-Standards bilden dabei nur die absolute Grundvoraussetzung für druckfähige PDFs. Elementare Punkte wie Bildauflösung, Farbaufbau, Farbauftrag, Überdrucken und Aussparen müssen Sie selbst kontrollieren.

Die PDF/X-Standards unterscheiden sich hauptsächlich in den folgenden Punkten:

PDF/X-1a

  • RGB- und LAB-Farben sind verboten:
    Bilder und Farben mit diesen Farbräumen werden beim PDF-Export in den ausgewählten CMYK-Farbraum konvertiert (mehr dazu im Kapitel »Druck-PDF«)
  • Transparenzen werden reduziert

PDF/X-3

  • RGB- und LAB-Farben sind erlaubt (was nicht bedeutet, dass sie erwünscht sind!)
  • Transparenzen werden reduziert
  • Anstelle des PDF/X-3 empfehle ich Ihnen jedoch das PDF/X-1a
    (mehr dazu im Kapitel »Druck-PDF«)

PDF/X-4

  • RGB- und LAB-Farben sind erlaubt (was nicht bedeutet, dass sie erwünscht sind!)
  • Transparenzen werden nicht reduziert

Profile für die Bilddaten

Profil für Farbbilder

Fragen Sie Ihre Druckerei, welches Farbprofil am besten zum jeweiligen Druckverfahren und dem gewählten Papiertyp passt. Bekommen Sie keine Auskunft oder ist noch unklar, bei welcher Druckerei gedruckt wird, sollten Ihre Bilddaten mit den folgenden Profilen konvertiert werden:

Bogenoffsetdruck auf gestrichenem Papier

ISO Coated v2 (ECI) und ISO Coated v2 300 % (ECI)

Viele Druckereien wünschen sich inzwischen Druckdaten mit dem Farbprofil »ISO Coated V2 300 %«. Dieses Farbprofil hat – verglichen mit dem Farbprofil »ISO Coated V2« – einen geringeren Farbauftrag und kann im Druck einfacher verarbeitet werden. Optisch werden Sie den geringeren Farbauftrag in der Regel nicht wahrnehmen.

Bogenoffsetdruck auf ungestrichenem Papier

PSO Uncoated ISO12647 (ECI) und
ISO Uncoated Yellowish für gelbliches Papier

Rollenoffsetdruck auf LWC Papier

PSO LWC Improved (ECI)

Rollenoffsetdruck auf Zeitungspapier

ISO Newspaper26v4 

Seit Ende 2015 gibt es die neuen Farbprofile »WAN-IFRAnewspaper26v5« und »WAN-IFRAnewspaper26v5_gr«. Da diese noch nicht flächendeckend im Einsatz sind, verwenden Sie bei fehlenden Vorgaben aktuell die Profile »ISO Newspaper26v4« und » ISO Newspaper26v4 _ gr«.

Profil für Graustufenbilder

Arbeiten Sie mit Graustufenbildern, erkundigen Sie sich auch hier nach dem passenden Profil. Können Sie es nicht in Erfahrung bringen, verwenden Sie die folgenden Profile:

Bogenoffsetdruck auf gestrichenem Papier

Dot Gain 15 %

Bogenoffsetdruck auf ungestrichenem Papier

Dot Gain 20 %

Rollenoffsetdruck auf LWC Papier

Dot Gain 20 %

Rollenoffsetdruck auf Zeitungspapier

ISO Newspaper26v4 _ gr

Seit Ende 2015 gibt es die neuen Farbprofile »WAN-IFRAnewspaper26v5« und »WAN-IFRAnewspaper26v5_gr«. Da diese noch nicht flächendeckend im Einsatz sind, verwenden Sie bei fehlenden Vorgaben aktuell die Profile »ISO Newspaper26v4« und » ISO Newspaper26v4 _ gr«.

Maximaler Farbauftrag

Erkundigen Sie sich nach dem maximalen Farbauftrag für Bilder und Grafiken beim verwendeten Druckverfahren.

Worum handelt es sich beim maximalen Farbauftrag?

Bei farbigen Bildmotiven werden dunkle Bildstellen in der Regel aus den 4 Farbkanälen Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz aufgebaut. Jeder Farbkanal kann 0 – 100 % betragen. In der Theorie würde der dunkelste Punkt aus den folgenden Werten bestehen:

100 % Cyan
100 % Magenta
100 % Gelb
100 % Schwarz

Eine Bildstelle mit diesen Farbwerten hat einen Gesamtfarbauftrag von 400 %.

Im Offsetdruck führt ein Farbauftrag von 400 % jedoch zu übermäßig langen Trocknungszeiten. Auch können dünne und ungestrichene Papiere nur eine gewisse Menge an Farbe aufnehmen, ehe die Farbe bis zur Rückseite durchschlägt. Deshalb geben Druckereien den maximalen Farbauftrag für das jeweilige Druckverfahren in der Regel vor.

Benötigte Beschnittzugabe und Schnittmarken

Objekte, die bis zum Seitenrand laufen, benötigen eine Beschnittzugabe. Werden die Druckbögen ungenau beschnitten, kann es sonst passieren, dass an den Seitenrändern das Papierweiß zu sehen ist. Wie viel Beschnitt bei Ihrem Auftrag erforderlich ist (üblich sind 2 – 3 mm) und ob Sie Schnittmarken exportieren müssen, erfahren Sie von der ausführenden Druckerei.

Erster sichtbar druckender Tonwert

Falls Sie mit sehr hellen Farbtönen arbeiten, müssen Sie wissen, ab wann ein Tonwert (Angabe in Prozent) sichtbar auf das Papier gebracht werden kann.

Optimale Bildauflösung

Die notwendige Auflösung ist abhängig vom verwendeten Druckraster, dem Betrachtungsabstand zum gedruckten Medium und dem Bildkontrast. Erkundigen Sie sich zunächst bei der Druckerei nach der optimalen Auflösung für das jeweilige Druckverfahren. Alternativ können Sie sich an den folgenden Richtwerten orientieren:

Flyer, Folder, Broschüren

Betrachtungsabstand: 30 cm
Auflösung: ca. 300 dpi (220 – 300 dpi ist häufig noch in Ordnung)

Poster, Plakate bis DIN A2

Betrachtungsabstand: 1 m
Auflösung: ca. 100 – 150 dpi

Plakate DIN A1, A0

Betrachungsabstand: 2 m und mehr
Auflösung: ca. 50 dpi

Großflächenplakate

Betrachungsabstand: 5 m und mehr
Auflösung: ca. 20 dpi

Anmerkung: Diese Angaben beziehen sich auf ein Dokument im Maßstab 1:1. Bei Großflächen ist es teilweise üblich das Dokument im Maßstab 1:10 anzulegen. Hier muss Ihr Bildmaterial mit der zehnfachen Auflösung platziert werden.