8 Hintergrundwissen

Grundlegende Begriffe im Zusammenhang mit der Reinzeichnung

Farbmodelle RGB und CMYK

RGB

Digitalkameras und Monitore arbeiten mit dem RGB-Farbmodell. Farbtöne entstehen hier durch das Mischen der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Bei RGB-Farben handelt es sich um Lichtfarben. Je mehr Farbe eingesetzt wird, desto heller wird der Farbton. Deshalb wird das RGB-Farbmodell auch als additives Farbmodell bezeichnet. Mischt man 100 % Rot mit 100 % Grün und 100 % Blau entsteht weiß.

CMYK

Im Offsetdruck kommt das CMYK-Farbmodell zum Einsatz. CMYK steht für die drei Farbbestandteile Cyan, Magenta und Yellow sowie Key (Schwarz). Im Gegensatz zum RGB-Farbmodell handelt es sich um ein subtraktives Farbmodell. Je mehr Farbe eingesetzt wird, desto dunkler wird der Farbton.

Bogenoffsetdruck mit CMYK-Farben

Soll nun ein CMYK-Bild oder CMYK-Farbton im Bogenoffset gedruckt werden geschieht das folgendermaßen: Das Bild bzw. der Farbton wird in seine Anteile Cyan, Magenta, Yellow und Key (Schwarz) zerlegt. Von jedem Auszug wird eine Druckplatte erzeugt. Danach werden die vier Druckplatten in der Druckmaschine jeweils auf den Druckzylinder aufgespannt. Während des Druckvorgangs nimmt die Druckplatte nur an den vorgesehenen Stellen Druckfarbe auf. Bildfreie stellen werden von einer dünnen Wasserschicht geschützt. Anschließend wird das Druckbild über einen Gummizylinder auf das durchlaufende Papier (Druckbogen) übertragen.


Schematische Darstellung einer Offsetdruckmaschine: 1 Farbe und Wasser | 2 Druckplattenzylinder | 3 Gummituchzylinder | 4 Druckbogen (Papier) | 5 Gegendruckzylinder

Druckraster und Bildauflösung

Autotypisches Raster (AM-Raster)

Die Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz können im Offsetdruck nur in ­reiner Form (100 %) auf das Papier gebracht werden. Möchte man Tonwertstufen drucken, bedient man sich einer optischen Täuschung. Dabei wird die Fläche/ Linie in kleine Rasterpunkte zerlegt. Diese haben denselben Abstand zueinander. Über die Größe der Punkte wird die Helligkeit der Linie/ Fläche gesteuert. Je kleiner die Punkte, desto heller die Fläche. Je größer die Punkte, desto dunkler die Fläche.

Die Feinheit des Druckrasters wird mit der Rasterweite definiert. Je nach Druckverfahren und Papier kommen unterschiedliche Rasterweiten zum Einsatz. Die Rasterweite wird dabei mit »Linien pro Zentimeter« angegeben. Eine übliche Rasterweite im Bogenoffset auf gestrichenem Papier ist 70 Linien/cm.


Beispielhafte Darstellung eines AM-Rasters

Frequenzmoduliertes Raster (FM-Raster)

Beim FM-Raster werden Flächen/Linien in sehr kleine Punkte mit einheitlicher Größe zerlegt. Die Punkte werden dabei unregelmäßig angeordnet und haben einen unterschiedlichen Abstand zueinander. Über die Anzahl der Punkte wird die Helligkeit der Linie/Fläche gesteuert. Je dunkler die Fläche, desto mehr Punkte werden gedruckt.


Beispielhafte Darstellung eines FM-Rasters

Bildauflösung

Die Auflösung von Bildern/Grafiken ist ein wichtiger Qualitätsfaktor beim Druck und wird mit der Einheit »Pixel pro inch (ppi)« angegeben. Die optimale Bildauflösung hängt vom verwendeten Druckraster, dem Betrachtungsabstand zum gedruckten Medium sowie dem Bildmotiv ab. Im Zeitungsdruck mit grobem Raster ist eine geringere Auflösung notwendig als im Bogenoffsetdruck mit feinem Raster. Erkundigen Sie sich bei der Druckerei nach der optimalen Bildauflösung.

Überdrucken und Aussparen

Was ist Überdrucken?

Wird beispielsweise ein schwarzer Buchstabe direkt auf eine blaue Fläche gedruckt, spricht man von Überdrucken. Dabei werden die beiden Farben Schwarz und Blau gemischt.

Überdrucken in InDesign

Standardmäßig überdrucken in InDesign nur Texte und Objekte, die mit dem vordefinierten Farbfeld »[Schwarz]« in 100 % eingefärbt wurden.

Wenn Sie möchten, dass auch andere Farben überdrucken, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Öffnen Sie unter »Menü > Fenster > Ausgabe« das Fenster »Attribute«.
  2. Markieren Sie den gewünschen Text oder wählen Sie das Objekt aus.
  3. Klicken Sie im Attribute-Fenster auf »Fläche überdrucken« oder »Kontur überdrucken«.

Was ist Aussparen?

Möchte man vermeiden, dass sich zwei Farben mischen, muss das obere Element das untere Element aussparen.

Aussparen in InDesign

Jedes neue Farbfeld, dass Sie in InDesign anlegen, steht automatisch auf Aussparen. Das ist auch sinnvoll, denn sonst wäre eine gelbe Grafik auf einer blauen Fläche plötzlich grün.

Sollten sich Farben mischen, obwohl dies nicht gewünscht ist, markieren Sie das fehlerhafte Objekt und prüfen Sie im Fenster »Attribute«, ob es auf Überdrucken steht. Ist dies nicht der Fall, prüfen Sie unter »Menü > Fenster > Effekte«, ob das Objekt, die Kontur oder die Fläche auf »Multiplizieren« steht. Falls ja, wählen Sie den Effekt »Normal«.

Überfüllen und Unterfüllen

Grenzen im Druck zwei Farbflächen aneinander, welche mit unterschiedlichen Druckplatten gedruckt werden, kann bei Ungenauigkeiten im Druck das Papierweiß zum Vorschein kommen. Im Druckerjargon wird dieser Effekt »Blitzer« genannt. Mithilfe von Überfüllungen und Unterfüllungen kann man das verhindern.

Um Blitzer zu vermeiden macht die Druckerei Folgendes: Liegt ein helles Objekt auf einem dunklen Hintergrund, wird das helle Objekt mit einer feinen Kontur versehen. Diese überlappt und überdruckt den Untergrund. Das nennt man Überfüllen.


Überfüllen: Der Buchstabe »A« wird mit einer Kontur versehen.

Liegt ein dunkles Objekt auf einer hellen Fläche, wird der ausgesparte Untergrund um eine feine Kontur erweitert. Dies nennt man Unterfüllen.


Unterfüllen: Die graue Fläche wird nach innen erweitert.

Wichtig

Überlassen Sie Über- und Unterfüllungen der Druckerei. Die richtige Einstellung ist von vielen individuellen Druckparametern abhängig. Lassen Sie die Voreinstellungen von InDesign deshalb bitte unangetastet.