7.1 Export als PDF/X

Die meisten Druckereien bevorzugen ein PDF nach dem PDF/X-Standard. Schriften, Bilder, Grafiken und Farben sind eingebettet und werden auf allen Plattformen gleichermaßen dargestellt.

Step 1: InDesign-Farbeinstellungen kontrollieren / anpassen

Prüfen Sie zunächst, ob Sie die InDesign-Farbeinstellungen wie im Kapitel »Grundeinstellungen« eingestellt haben. Danach schließen und öffnen Sie das Dokument. Erscheinen Farbprofilwarnungen, nehmen Sie die folgenden Einstellungen vor:

CMYK-Einstellungen

  1. Aktivieren Sie den Punkt »Dokument an die aktuellen Farbeinstellungen anpassen«.
  2. Unter »Profil zuweisen« wählen Sie ein zum Druckverfahren und Papiertyp passendes Farbprofil aus (siehe Kapitel »Projektvorbereitung«).
  3. Unter »Platzierter Inhalt« wählen Sie »Alle Profile deaktivieren«. Andernfalls werden beim Export eines PDF/X-1a auch CMYK-Bilder umgewandelt.

RGB-Einstellungen

  1. Aktivieren Sie den Punkt »Dokument an die aktuellen Farbeinstellungen anpassen«.
  2. Unter »Profil zuweisen« wählen Sie das Profil »sRGB« aus.
  3. Im Gegensatz zu den CMYK-Einstellungen wählen Sie hier unter »Platzierter Inhalt« »Alle Profile aktivieren«. So vermeiden Sie, dass RGB-Bildern versehentlich der RGB-Arbeitsfarbraum des Dokuments zugewiesen wird.

Step 2: Dokument als PDF exportieren

Unter »Menü > Datei > Exportieren« wählen Sie das »Adobe PDF (Druck)« aus, bestimmen den korrekten Zielort und klicken auf »Sichern«.

Step 3: Adobe PDF-Vorgabe auswählen (PDF/X-Standard)

Unter »Adobe PDF-Vorgabe« wählen Sie entweder »PDF/X-1a:2001« oder »PDF/X-4:2008«. Die PDF-Vorgabe bestimmt, mit welchem PDF/X-Standard das PDF geschrieben wird. Die korrekte PDF-Vorgabe erfahren Sie von der ausführenden Druckerei. Bekommen Sie keine Auskunft, verwenden Sie die Vorgabe »PDF/X-1a:2001«.

Was ist der PDF / X-Standard?

Verbreitet sind die PDF/X-Standards PDF/X-1a, PDF/X-3 und PDF/X-4. Die unterschiedlichen PDF/X-Standards geben vor, wie Bilddaten, Schriften, Farben und Transparenzen im PDF »gespeichert« werden. Ziel der Standards sind PDF-Dateien, die von Druckereien fehlerfrei verarbeitet werden können. Die PDF/X-Standards bilden dabei nur die absolute Grundvoraussetzung für druckfähige PDFs. Wichtige Punkte wie Bildauflösung, Farbaufbau, Farbauftrag, Überdrucken und Aussparen müssen Sie selbst kontrollieren.

PDF/X-1a

Hier sind nur CMYK- und Sonderfarben erlaubt. RGB- und LAB-Farben werden in den beim PDF-Export ausgewählten CMYK-Farbraum konvertiert. Enthält das Dokument Transparenzen, werden diese reduziert.

PDF/X-3 (bitte nicht mehr verwenden)

Zusätzlich zu CMYK- und Sonderfarben dürfen auch RGB- und LAB-Farben im Dokument vorkommen. Dies ist allerdings nur sinnvoll, wenn erst bei der Ausgabe in der Druckerei in den entsprechenden CMYK-Farbraum konvertiert wird. Dieser Workflow kommt in der Praxis jedoch nur sehr selten vor. Transparenzen im Dokument werden, wie beim PDF/X-1a, reduziert.

Das PDF/X-3 beruht dabei auf einer veralteten Empfehlung der FOGRA und des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) aus dem Jahre 2004 und hält sich nach wie vor hartnäckig in vielen Druckereien.

Fordert Ihre Druckerei ein PDF/X-3 mit CMYK-Daten, so erstellen Sie stattdessen ein PDF/X-1a. Dieses ist sicherer in der Produktion. Da die PDF-Standards abwärtskompatibel sind, ist ein PDF/X-1a immer auch ein gültiges PDF/X-3 oder PDF/X-4.

PDF/X-4

Wie beim PDF/X-3 sind zusätzlich zu CMYK- und Sonderfarben auch RGB- und LAB-Farben im Dokument erlaubt. Jedoch werden Transparenzen nicht reduziert. Dies bringt (sofern die Druckerei diese Daten verarbeiten kann) produktionstechnisch einige Vorteile mit sich. Auch die von Grafikern häufig bemängelten feinen, weißen Linien in der Bildschirmansicht des PDFs entfallen.

Step 4: Einzelseiten oder Druckbögen wählen

Mehrseitige Drucksachen mit Rückstichheftung, Fadenheftung oder Klebebindung benötigt die Druckerei als Einzelseiten-PDF. Andernfalls kann sie Ihr PDF nicht verarbeiten. Zweiseitige Flyer oder mehrseitig gefalzte Flyer exportieren Sie hingegen als Druckbogen.

Step 5: Bildauflösung und Komprimierung ggf. ändern

Haben Sie bei Step 2 eine entsprechende PDF-Vorgabe ausgewählt, sind die Einstellungen unter dem Punkt »Komprimierung« für nahezu alle Anwendungen ausreichend (Ausnahmen siehe unten). Beträgt die Auflösung von Farb- und Graustufenbilder mehr als 450 ppi, werden diese auf 300 ppi reduziert. Einfarbige Strichgrafiken (Bitmaps) benötigen eine deutlich höhere Auflösung und werden erst ab 1800 ppi auf 1200 ppi reduziert.

Wichtig: Haben Sie Ihr Dokument für Großflächenplakate im Maßstab 1:10 angelegt, muss das Bildmaterial entsprechend mit der zehnfachen Auflösung platziert worden sein. Damit die Auflösung nicht auf 300 ppi reduziert wird, deaktivieren Sie in diesem Fall bitte die »Bikubische Neuberechnung«.

Ausnahme: Hochwertiger Druck mit feinem Raster

Bei besonders hochwertigen Printprodukten, die mit einem feinen Raster gedruckt werden, kann es sinvoll sein, die Auflösung anzuheben. Sprechen Sie diesbezüglich bitte mit Ihrer Druckerei. Beträgt die optimale Bildauflösung 400 ppi, stellen Sie die »Bikubische Neuberechnung« auf 400 Pixel pro Zoll bei Bildern mit mehr als 600 Pixel pro Zoll.

Ausnahme: Screenshots und Motive mit weniger als 265 Farben

Beinhaltet Ihr Dokument Screenshots oder andere Motive mit weniger als 265 Farben, sollten Sie auf die JPEG-Komprimierung verzichten. Diese kann zu unschönen JPEG-Artefakten Bildstörungen aufgrund einer verlustbehafteten JPEG-Komprimierung. führen. Verwenden Sie beim Punkt »Komprimierung« stattdessen die Einstellung »Zip«. Haben einige dieser Motive in Ihrem Dokument eine Auflösung von mehr als 450 ppi? Dann deaktivieren Sie bitte zusätzlich die »Bikubische Neuberechnung«. Andernfalls werden Ihre Screenshots unnötigerweise auf 300 ppi reduziert (siehe auch nächster Punkt).

Ausnahmen: Grafiken, Logos und Schriftzüge

Grafiken, Logos und Schriftzüge sollten Sie nie als Pixelbild einfügen. Liegen Ihnen keine anderen Daten vor, muss deren effektive Auflösung in InDesign mindestens 600 ppi betragen. Damit die Auflösung beim PDF-Export nicht auf 300 ppi reduziert wird, deaktivieren Sie auch hier bitte die »Bikubische Neuberechnung«. Die »Komprimierung« stellen Sie wie bei den Screenshots auf »Zip«.

Step 6: Anschnitt, Infobereich und Marken definieren

Die meisten Druckereien wünschen sich ein PDF komplett ohne Marken oder nur mit Schnittmarken. Ist noch ungewiss, bei welcher Druckerei gedruckt wird, aktivieren Sie nur die Schnittmarken.

Art: Standard
Stärke: 0,25 pt
Versatz: Verwenden Sie hier den Wert des Anschnitts.
Anschnitt: Beim Beschnitt/Anschnitt sind 2 – 3 mm üblich. Den genauen Wert bekommen Sie von Ihrer Druckerei.

Anmerkung: Diese Angaben beziehen sich auf ein Dokument im Maßstab 1:1. Bei Großflächen ist es teilweise üblich, das Dokument im Maßstab 1:10 anzulegen. Hier definieren Sie entsprechend weniger Beschnitt.

Den Infobereich müssen Sie nur aktivieren, falls Sie manuell angelegte Falzmarken außerhalb der Arbeitsfläche exportieren möchten.

Step 7: Farben konvertieren / belassen

Unter dem Punkt »Ausgabe« bestimmen Sie, ob InDesign beim PDF-Export Farben nach CMYK konvertieren soll oder diese unverändert lässt. Im Folgenden bekommen Sie einen kurzen Überblick über beide Methoden.

RGB- und LAB-Farben nach CMYK konvertieren

Haben Sie die PDF/X-1a-Vorgabe gewählt, ist unter »Farbkonvertierung« automatisch der Punkt »In Zielprofil konvertieren (Werte beibehalten)« aktiviert. Das heißt, InDesign wandelt alle Texte, Grafiken und Bilder die nicht in CMYK vorliegen in das hinterlegte CMYK-Farbprofil um. Dazu gehören Objekte in den Farbräumen RGB oder LAB.

CMYK-Bilder bleiben unangetastet, sofern Sie InDesign wie im Kapitel »Grundeinstellungen« konfiguriert haben. Prüfen Sie deshalb, ob diese im korrekten Farbprofil vorliegen. Bitte prüfen Sie auch den maximalen Farbauftrag der CMYK-Bilder. Verwenden Sie dazu die Separationsvorschau von InDesign, Acrobat oder den Acrobat Preflight.

Unter »Ziel« wählen Sie bitte ein Farbprofil, das zum verwendeten Druckverfahren und Papiertyp passt. Im Kapitel »Projektvorbereitung« haben Sie dieses bereits in Erfahrung gebracht.

Durch die Einstellung im Feld »Name des Ausgabemethodenprofils« erkennt die Druckerei, mit welchem Farbprofil die Druckdaten erstellt wurden. Hier wird automatisch das Profil hinterlegt, welches Sie im Auswahlfeld »Ziel« eingetragen haben.

Anmerkung: Bei der PDF-Vorgabe PDF/X-4 ist die Farbkonvertierung standardmäßig deaktiviert. Doch Sie können auch hier Bilder beim PDF-Export nach CMYK wandeln. Stellen Sie dazu den Punkt »Farbkonvertierung« auf »In Zielprofil konvertieren (Werte beibehalten)« und wählen Sie unter »Ziel« das passende Farbprofil.

Keine Farbkonvertierung

Bei der PDF-Vorgabe PDF/X-4 ist die Farbkonvertierung zunächst deaktiviert. Texte, Grafiken und Bilder bleiben also farblich unangetastet. Achten Sie deshalb unbedingt darauf, dass sich in Ihrem Dokument keine RGB-Farben mehr befinden. Andernfalls werden diese unverändert in das PDF übertragen.

Auch wenn Sie die Farben nicht konvertieren, wählen Sie im Feld »Name des Ausgabemethodenprofils« das Profil, mit dem Sie Ihre Bilder in Photoshop konvertiert haben. So kann die Druckerei erkennen, mit welchem Farbprofil Ihre Bilddaten konvertiert wurden.

Step 8: Schriften einbetten

Standardmäßig werden beim PDF-Export aus InDesign Schriften als Untergruppen eingebettet (Einstellung 100 %). D. h. es werden nur die Glyphen eingebettet, die im Dokument vorkommen. Ändern Sie den Wert auf 0 %, werden alle Glyphen der verwendeten Schriften eingebettet. So kann die Druckerei im Notfall kleine Textkorrekturen direkt im PDF ausführen.

Achtung InDesign-Voreinstellung

Schriften mit mehr als 2000 Glyphen werden von InDesign automatisch als Untergruppe eingebettet. Damit auch diese Schriften vollständig in das PDF eingebettet werden, ändern Sie unter »Menü > InDesign > Voreinstellungen > Allgemein« beim Punkt »Immer Untergruppe laden, wenn Glyphenanzahl größer ist als _____« den Wert auf »999999«.

Lizenzrechtliche Einschränkungen

Beachten Sie die lizenzrechtlichen Vorgaben der jeweiligen Schriftenhersteller. Einige Anbieter erlauben nur das Einbetten von Untergruppen. In diesem Fall sollten Sie den Wert auf 100 % einstellen.

Step 9: Transparenzen reduzieren

Wenn Sie ein PDF/X-4 exportieren ist dieser Punkt ausgegraut, da keine Transparenzen reduziert werden. Beim PDF/X-1a muss die Transparenzreduzierung auf »[Hohe Auflösung]« stehen. Es sei denn, Sie arbeiten mit einer eigenen Einstellung, die Texte in Pfade umwandelt. Dann wählen Sie diese bitte aus (siehe Kapitel »3 Technische Grundlagen« Abschnitt »3.15 Nur im Notfall: Schriften in Pfade umwandeln«).

Setzen Sie zusätzlich einen Haken bei »Abweichende Einstellungen auf Druckbögen ignorieren«. Somit stellen Sie sicher, dass auch wirklich alle Seiten mit Ihrer ausgewählten Vorgabe reduziert werden.

Step 10: Sicherheitseinstellungen deaktiviert

Bei den PDF/X Vorgaben X-1a und X-4 sind die Einstellungen im Fenster »Sicherheit« automatisch deaktiviert. Und das sollte auch so bleiben.

Step 11: Einstellungen als Vorgabe speichern

Damit Sie nicht jedes Mal aufs Neue die Einstellungen vornehmen müssen, können Sie diese als »Vorgabe« speichern. Die Funktion finden Sie unten links im Fenster.